Tilemap der Schweiz

Seit einiger Zeit werden in den (US-amerikanischen) Medien immer wieder mal Tilemaps verwendet. Das sind Karten, in denen zur einfachen und effizienten Darstellung von Informationen jeder Gliedstaat, jede Region mit derselben abstrakten Form dargestellt wird, in der Regel sind das Quadrate oder Sechsecke. Eine Übersicht und etwas Hintergrund dazu gibt es beispielsweise von NPR:

A hexagon tile grid, square tile grid and geographic choropleth map. Maps by Danny DeBelius and Alyson Hurt. (from npr)

A hexagon tile grid, square tile grid and geographic choropleth map. Maps by Danny DeBelius and Alyson Hurt. (from npr)

 

Wie ich andernorts schon mal erklärt habe, lohnt es sich meiner Ansicht nach immer, etwas über den GIS-Tellerrand hinauszuschauen, gerade im Bereich der Informationsvisualisierung. Wie Adrian Herzog und Yves Maurer habe ich mir schon vor einiger Zeit Gedanken gemacht, wie eine Square-Tilemap für die Schweiz aussehen könnte. Ein besonders gelungenes Beispiel einer Square-Tilemap kommt aus London, von After the Flood:

London Square Map, mit abstrahierter Darstellung der Themse (von After the Flood)

London Square Map, mit abstrahierter Darstellung der Themse (von After the Flood)

Der Blogpost, welcher die Erstellung dieser Karte erläutert und auch noch weitere innovative Verwendungsarten zeigt, ist äusserst lesenswert! Wir warten hier, bis sie ihn gelesen haben und wieder zurück sind.

In meiner Tilemap für die Schweiz habe ich zwar nicht eine organische Form wie die Themse aufgenommen wie das Beispiel aus London – teils, weil ich in der Schweiz wenige lineare Objekte kenne, welche einen ähnlichen Wiedererkennungswert haben. Ich habe mir aber erlaubt, das Gitter der Kacheln nicht völlig regelmässig zu gestalten. Die Halbkantone habe ich speziell mit diagonal geschnittenen Quadraten umgesetzt (was mit den Orientierungen der Halbkantone erstaunlich gut passt):

Tilemap im geographischen Raum (Shapefile)

Tilemap im geographischen Raum (Shapefile)

(Eine frühere Version der Tilemap hat versucht, die Topologie von SG/AI/AR besser abzubilden, das habe ich aber aufgegeben. Anders als Yves Maurer lasse ich aber SG und nicht die Appenzell (Appenzelle? Appenzelli? 😉 ) an TG angrenzen. Anders als die Fläche vermuten lässt, gehe ich davon aus, dass der Bevölkerungsschwerpunkt von SG recht weit nördlich ist. Aber vielleicht bin ich, in Gossau SG aufgewachsen, voreingenommen.)

Die Schweizer Tilemap ist zur allgemeinen Verwendung auf GitHub in folgenden Formaten gehostet:

  • GeoJSON in Mercator-Projektion (EPSG: 4326)
  • Shapefile in Web Mercator-Projektion (EPSG: 3857 / SR-ORG: 7483) für Webmapping-Frameworks wie CartoDB
  • Shapefile in „alten“ Schweizer Landeskoordinaten CH1903 LV03 (EPSG:21781)
  • Shapefile in „neuen“ Schweizer Landeskoordinaten CH1903+ LV95 (EPSG:2056)
  • SVG-Datei
  • Zusätzlich sind vorhanden: Beispieldarstellungen als Grafiken und Esri ArcGIS 10.3-Projekt mit verschieden gestalteten Beispiellayern.

Sie können die Schweizer Tilemap unter Nennung von „EBP, www.ebp.ch“ als Urheber beliebig verwenden (CC-BY-Lizenz) – etwa in Broschüren, Webseiten oder Zeitungsartikeln. Falls Sie das tun, würde es mich natürlich freuen, wenn ich von der Verwendung höre.

Beispieldarstellung: Ausgang der EWR-Abstimmung 1992:

Beispieldarstellung: Ausgang der EWR-Abstimmung 1992

 

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Ralph Straumann

Ralph Straumann (Dr. sc. nat.) hat an der Universität Zürich Geographie mit Vertiefung in GIS, Wirtschaftsgeographie und Politologie studiert.

Seit 2010 arbeitet er im Tätigkeitsfeld Systemberatung + Analytik von EBP Informatik als Senior Consultant.

Er berät Kunden bei strategischen Fragen, zu Geschäftsprozessen und Organisation sowie bezüglich Quellen, Modellierung, Workflows und Analyse mit verschiedenartigen Daten im Schnittbereich zwischen IT/GIS und Anwendungsfeldern wie Verkehr und Raumplanung.

Mail: ralph.straumann@ebp.ch

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1 Antwort

  1. 7. Januar 2016

    […] (Blogpost auf Deutsch unter http://www.geo.ebp.ch) […]

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