Open Data: Rechte und Pflichten

Heute habe ich bei der GEOSummit einen Vortrag über Open Data gehalten: Die Verfügbarkeit von Open Government Data ist ein gemeinsamer Prozess, der sowohl Datenherren als auch Datennutzenden Rechte einräumt und Pflichten einfordert. In dem Vortrag werden einige der Rechte und Pflichten aufgelistet, die unter Anderem eine sorgsamen, ethischen und fachgerechten Umgang mit den Daten beinhaltet.

Um das Pflicht- und Rechtbewusstsein zu förden, schlagen wir vor, dass bei der Datenabgabe neben juristischen Datenlizenzen auch die ethischen und moralischen Aspekte berücksichtigt werden sollen. In verschiedenen Disziplinen wie Statistik oder 3D-Darstellungen wird bereits ein Berufsethos vermittelt, das u.A. moralische Grundsätze für das Handeln definiert. Aufgrund der Prominenz der Geodaten in OGD bietet es sich an, dass die GIS-Gemeinschaft der Schweiz vorangeht und Vorgaben zum Umgang mit „Geo-OGD“ sowohl für Datenproduzenten als auch Datenkonsumenten festlegt. Eine Zusammenarbeit mit dem Schweizer OpenData Verein soll zu einem von Produzenten und Nutzenden akepztierten Dokument führen, das die moralischen Rechte und Pflichten zusammenfasst und neben der Datenlizenz als Grundsatzdokument bei der Abgabe eines Datensatzes beigelegt werden kann.

Am Ende des Vortrages habe ich auch um Online Feedback gebeten. Dazu können Sie unten in den Kommentaren ihre Rückmeldung geben. Ich freue mich auf eine Diskussion hier oder bei einem GeoBeer.

Zusammenfassung

 

 

Stephan Heuel

Stephan Heuel

Stephan Heuel (Dr.-Ing.) hat an der Universität Bonn Informatik studiert und in Geomatik promoviert. Er leitet das Tätigkeitsfeld Systemberatung + Analytik im Geschäftsbereich Informatik bei EBP.

Stephan Heuel verfügt über 20 Jahre Berufserfahrung in der Organisationsberatung und bei der Konzeption, Erfassung und Veredelung von räumlichen und zeitlichen Daten. Er konzipiert und entwickelt datenbasierte Berechnungsprozesse, Analysen und Webapplikationen.

Dabenen unterstützt er die öffentliche Verwaltung bei der digitalen Transformation. Weiter leitet er auch IT-Projekte und ist verantwortlich für cloudbasierte Datendienstleistungen von EBP wie beispielsweise Walkalytics.

Mail: stephan.heuel@ebp.ch

Stephan Heuel auf:

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3 Antworten

  1. Ein wichtiger Diskussionsbeitrag, vielen Dank dafür! Verfügbarmachung und Nutzung von OGD – auch in der Schweiz – brauchen und fördern öffentliche Diskussionen. Das ist wichtig und richtig – denn, mit Wittgenstein gesprochen: „Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen.“

    In den drei Jahren seit der Veröffentlichung des Manifests „Open Government Data für die Schweiz“, den ersten make.opendata.ch-Hackdays im September 2011 – an denen unter anderem auch die erwähnte Altlasten-Karte entstanden ist –, zwei Jahre nach dem Start des Stadtzürcher OGD-Portals, knapp ein Jahr nach dem Start des Portals des Bundes mit Beteiligung des Kantons ZH und zwei Monate nach Verabschiedung der OGD-Strategie Schweiz 2014–2018 durch den Bundesrat ist es uns allen – Produzenten, Nutzern, Fördern und Kritikern von OGD – gemeinsam immer wieder gelungen die (teil-)öffentliche Diskussion aufzumachen und zu konkretisieren.

    Ich freue mich darauf, dass wir am alljährlichen Zusammentreffen der Open Data Bewegung Schweiz, bestehend aus einer breiten Couleur von Leuten mit den verschiedensten Meinungen, auch das Thema Ethik diskutieren werden. Ich persönlich glaube an Qualitätssicherung durch Selbstregulierung, wie ich sie – als Nicht-Programmierer – in der Opensource-Software-Bewegung kennen und schätzen gelernt habe. Die Bereiche Werbung (Stiftung Lauterkeit) und Medien (Presserat) bieten hier praktische Erfahrungen, die wir uns meiner Meinung nach anschauen müssen.

    Die Opendata.ch 2014 Konferenz findet am 18. September 2014 ganztags in Zürich statt.

  2. Stephan Heuel Stephan Heuel sagt:

    Hallo Andreas,

    Danke für Deinen ausführlichen Kommentar und den kurzen Abriss, was schon alles erreicht wurde. Ja, das Schweizer Manifest muss man in diesem Zusammenhang unbedingt erwähnen. Ich habe bisher OGD als Beobachter, Anwender und allenfalls als Kommentator verfolgt. Wenn ich mir die OGD-Strategie vom April anschaue, steht dort einiges in der Richtung, die ich skizziert habe:

    Für eine nachhaltige Nutzung der offenen Behördendaten ist eine enge Zusammenarbeit mit den Anwenderinnen und Anwendern notwendig.

    Mein Eindruck war und ist, dass in den bisherigen Diskussionen die Rechte der Produzierenden und die Pflichten (Verantwortung) der Nutzenden nicht besondere Beachtung geschenkt wird. Wichtig ist aus meiner Sicht, dass sich alle unabhängig von juristischen Formulierungen auf gemeinsame Grundsätze einigen können. Deine Hinweise für die Bereiche Werbung und Medien passen da in der Tat sehr gut. So etwas können wir auch!

    Die OpenData Konferenz steht bereits in meinem Terminkalendar. Bei allgemeinem Interesse würde ich gerne das Thema dort weiter diskutieren.

  1. 15. November 2016

    […] Nutzer der Daten und kann diese direkt ansprechen. In der Community-Kultur sind allen Akteuren die Rechte und Pflichten rund um Open Data bekannt. Weist die Stadt also auf die Fehler in den Daten hin, trägt die Community diesem Umstand […]